Die Gedanken sind frei
Was wäre, wenn es eine Möglichkeit gäbe, unsere Gedanken sichtbar zu machen? Denken wir an schöne Erinnerungen oder Tagträume, klingt diese Möglichkeit faszinierend. Jedoch meine ich das Visualisieren aller Gedanken – den guten, wie den schlechten. Das Visualisieren der Ohnmacht, die wir spüren, wenn wir mit unseren Ängsten und Schwächen konfrontiert – ihnen ausgeliefert – sind.
Wir sollten den bekannten Spruch „Die Gedanken sind frei“ nicht rein unter dem Aspekt betrachten, dass niemand unsere Gedanken erkennt, und wir somit denken können, was wir wollen. Wir sollten uns ebenso bewusst sein, dass wir als Denkende durch das Unfassbare eines Gedankens Schutz und Freiheit uns selbst gegenüber genießen.
In meiner Fotoarbeit erdachte ich eine fiktive Technologie, mit der es möglich ist, gedachte – freigelassene – Gedanken einzufangen, zu personifizieren, sichtbar zu machen. Ich widme mich den Abgründen in unserem Denken. Den kurzen, flüchtigen neuronalen Funken, die wir nicht zu verfolgen wagen.
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